Junior Jazzchor in England – Reisebericht
Eine wahnsinnig erlebnisreiche Woche in England liegt hinter uns, doch wie fasse ich all die vielen Erinnerungen in einem Text zusammen? Angefangen hat alles am Sonntag, den 07.06.2026. Voller Vorfreude, der selbst der strömende Regen nichts anhaben konnte, begann unsere Reise am Konzerthaus Freiburg. Nach einer 18-stündigen Busfahrt erreichten wir unseren ersten Halt: den New Forest Nationalpark in Südengland. Den Rest des Tages nutzten wir um die Gegend zu erkunden und uns mit Spikeball und anderen Spielen auf unsere erste Probe im YHA Hostel einzustimmen. Denn am Dienstag stand auch schon unser erstes kleines Konzert in der Romsey Abbey Primary School an. Nicht nur von Lehrerin und Chorleiterin Marion Maxey, sondern auch von ganz vielen begeisterten jungen Gesichtern wurden wir dort herzlich empfangen. Gemeinsam mit Marion und einigen SängerInnen aus dem Romsey Youth Choir erlebten wir dann ein richtiges British Dinner im Pub, bevor es an der Zeit war, den Kopf abzuschalten und gemeinsam ins freie Singen und Improvisieren zu kommen. Unser Chorleiter David Brooke ermöglichte diese für viele EngländerInnen ungewohnte Erfahrung im Rahmen seines Workshops „Trust Your Sound“.
Am nächsten Tag durften wir auf dem Weg nach Romsey in New Milton Beach etwas Meeresluft schnuppern und hatten spontan in einem örtlichen Café unseren nächsten kleinen Auftritt. Für uns war das ein ganz besonderer Moment, unsere Musik mit den positiv überraschten Café BesucherInnen und MitarbeiterInnen zu teilen und später mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Auch das Konzert am Abend mit den Romsey Voices und dem Romsey Youth Choir war ein voller Erfolg. Wir hoffen, dass in den nächsten Jahren weitere Kooperationen bevorstehen!
Angekommen in Guilford, ging es dann am Donnerstag auch schon weiter mit einer einzigartigen Stadtführung von Steve Callaghan. Im Anschluss lernten wir Bürgermeisterin Jane Tyson kennen, für die wir ein kleines Privatkonzert vorbereitet hatten. Nach etwas Freizeit folgte das Herzstück unserer Tour: ein Workshop mit Sängerin, Komponistin, Arrangeurin und Vocal Coach Clare Wheeler. Wir hatten die einmalige Gelegenheit mit ihr an unserer Technik, dem Chorklang und dem Umgang mit der eigenen Stimme zu arbeiten und merkten alle deutliche Steigerungen. Nach einer Pizzapause folgte dann ein wahnsinnig intensives Konzert in Guilford. Gemeinsam mit den vier Chören von Dirigentin Phoebe Gaydon, standen wir auf der Bühne und spürten, wie der ganze Raum mit musikalischer Energie gefüllt war. Obwohl wir einander kaum kannten, hatte ich das Gefühl, dass dieser Abend musikalische Brücken baute, die weit über das hinausgehen, was in Worte gefasst werden kann.
Als krönenden Abschluss ging es dann an unserem letzten Tag nach London, wo wir uns in mehrere Gruppen aufteilten. Von entspanntem Schlendern durch die Stadt, Entspannen im Hide Park, einem Besuch in der National Gallery, dem Science Museum und sogar dem Stranger Things Musical, war alles dabei. Auf der Rückfahrt konnten wir dann die so intensive gemeinsame Zeit ausklingen lassen und uns vor allem erholen, um für „Grögers Finale“ im Konzerthaus Freiburg am Sonntag fit zu sein.
Unsere Englandreise hat uns nicht nur einzigartige Konzerte und Workshops ermöglicht, mit denen wir als Chor zusammengewachsen sind, sondern vor allem eines gezeigt: Musik verbindet Menschen!
Lilian Remensperger